Know-how im Fokus


Für die Universitätsmedizin Mannheim steht bei Neueinstellungen nicht das Alter im Vordergrund, sondern die Kompetenz und die fachlichen Qualifikationen der Bewerber. So wie bei Renate Stenzel-Richter, die heute in der Personalabteilung arbeitet.

Dass die konsequente Beurteilung von Menschen nach Kompetenz und fachlichen Qualifikationen kein Lippenbekenntnis ist, sondern in der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) umgesetzt wird, hat auch Renate Stenzel-Richter erlebt. Nach 22 Jahren in einem Unternehmen hatte sie ihre Anstellung verloren; ihre komplette Abteilung, die Gehaltsabrechnung, wurde ausgelagert.

Um eine neue Stelle zu finden, hat die 55-Jährige nicht den Weg über die Arbeitsagentur gewählt, sondern auf Stellenanzeigen in der Zeitung geantwortet – lange Zeit vergeblich. Die Bewerbung auf eine Teilzeitstelle, ausgeschrieben von der UMM brachte schließlich das ersehnte Vorstellungsgespräch. „Ich führte das Gespräch mit zwei Damen, die meine Töchter hätten sein können“, erinnert sich Stenzel-Richter. Ihre Bedenken: Mit dem Abrechnungssystem des Klinikums hatte sie noch nicht gearbeitet. Für ihre Gesprächspartnerinnen war das jedoch unerheblich. „Wichtig war, dass die Grundlagen sitzen – unabhängig vom verwendeten System. Die haben wirklich jemand mit Erfahrung gesucht“, freut sich Stenzel-Richter. Seit Anfang 2008 ist sie als Sachbearbeiterin in der Personalabteilung der UMM tätig. Mit Blick auf ihre Kollegen hat sie festgestellt: „Viele der jüngeren Kollegen sind froh, wenn sie auf Ältere mit Erfahrung treffen und diese ihr Wissen teilen.“ Aber auch die Älteren können vom Know-how der Jungen profitieren: „Man tauscht sich aus und jeder gibt weiter, was er kann.“

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